Eine junge Frau ist bei uns im Laden und möchte sich ihren Brautstrauß aussuchen. Unsere Auszubildene holt das Album mit Beispielsträußen hervor und zeigt ihr eifrig alle möglichen Formen und Farben.
“Der da gefällt mir sehr gut!”
- “Davon kann ich Ihnen nur abraten. Die Form ist nur etwas für schlanke, große Frauen”
Rumms. Das hat gesessen. Und sie hat nicht mal bemerkt, wie die Kinnlade der Kundin runterklappte.
Das Altenheim um die Ecke hat bei uns einen Blumen-Flatrate. Wir haben eine Liste mit Geburtstagen von Mitarbeitern und Bewohnern, und wenn dann ein eben solcher ansteht, liefern wir einen kleinen Strauß.
Letztens machte ich wieder auf den Weg dorthin – eine Bewohnerin feierte ihren Ehrentag.
“Guten Tag, ein Geburtstagsstrauß für Frau …”
- “Den können Sie wieder mitnehmen”
“Hm? Ist was nicht in Ordnung damit?”
- “Doch. Aber Frau … ist gestern verstorben”
Oh…
Es ist mir unbegreiflich, wieso eine (gefühlt) 120 Jahre alte Frau, 4 große Weihnachtssterne, ein Gesteck, eine Christrose und zwei große Zweige Nordmanntanne kauft, mit Karte zahlt und dann bemerkt, dass sie das ganze Gedöns gar nicht auf ihrem Gehbock verstauen kann. Die hälfte der Dinge wollte sie dann zurückgeben – blöd nur, dass ich keine Ahnung habe ob und wie ich eine Rückbuchung bei EC Kartenzahlung machen kann. Wir haben uns nun geeinigt, dass ich ihre restlichen Sachen mit Namen versehe und zurückstelle. Mal sehen ob sie noch mal kommt. Und ob sie dann einen größeren Gehbock dabei hat.