Vorhin kam ein recht junger (geschätzt ende 30, anfang 40) und gut gelaunter Mann in den Laden. Freundlich war er, hat gescherzt und gelacht.
Was ich für ihn tun könne? Ein Trauergesteck wolle er haben und lächelt dabei. Ich bitte ihn mit mir ins Büro zu kommen und wir besprechen seine Vorstellungen. Irgendetwas schönes. Nicht zu groß, aber schön solle es sein.
Ich frage was die Verstorbene denn für Farben mochte. Oder ob sie besondere Blumen gern hatte. Nein, das seie egal. Sie ist zum Schluss blind gewesen und konnte mit Farben eh nichts mehr anfangen. Er lächelt. Hm.
Wir einigen uns auf ein rot-gelbes Gesteck und ich frage ihn, welcher Text auf der Schleife stehen soll. Er zuckt die Schultern: was schreibt man denn da so drauf? Ich schlage für die eine Seite “ein lieber letzter Gruß” vor – das nimmt er dann auch. In der Regel druckt man auf die andere Seite seinen Namen. Nein, das wolle er nicht. Ich schlage ihm “dein Enkelsohn” vor und er guckt mich verdutzt an.
Nein, meine Oma lebt nocht. Meine Frau ist tot.
Ich spreche schnell mein Beileid aus. Aber ich glaube er hat gesehen, dass mir zuerst die Kinnlade runtergeklappt ist und meint: Wissen sie, sie war schon lange sehr krank. Ein Pflegefall. Für mich ist sie schon lange tot.
