Wikipedia

6. März 2009

Abgelegt unter: wiederwasgelernt — sarah @ 18:13

Ich bin süchtig. Ja. Wirklich. Nach Wikipedia. Wenn ich etwas sehe/höre/lese, das ich nicht kenne aber gerne kennen würde, schlag ichs nach. Und meistens findet sich im Artikel der nächste interessante Artikel – und so weiter.

Deswegen gibt es nun eine neue Kategorie hier -wiederwasgelernt-. Immer wenn ich einen interessanten Artikel gelesen hab, wird der hier verlinkt. So. :D

Und heute:
Was ist der Streisand-Effekt?
Wer ist/war eigentlich Tron?

Toilettenstrauß

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 14:40

Unser Laden besteht schon einige Jahre, und im laufe der Zeit wurde schon so einiges umgebaut. Mal hier ein Regal verschoben, dort eine Theke angebaut – und irgendwann wurde der Toilettenraum im hinteren Bereich zu einem weiteren Arbeitsraum umgebaut. Dort haben die Kunden nix zu suchen – und wir haben viel Platz zum zb. Erdesäcke lagern, Kränze zu binden, Pflanzen umzutopfen usw. Im Fachjargon nennt man sowas Binderaum – bei uns heißt er allerdings noch immer Klo. Weil dort halt mal die Sanitäranlagen waren. Auch wenn dort keine Toilette mehr steht.

An Valentienstag hatten wir so einige Bestellungen vorbereitet und weil wir im eigentlichen Verkaufsraum nicht unbegrenzt platz haben, haben wir die Sträuße in eben diesem Raum gelagert.

Ein Kunde kommt rein. Meyer mein Name… ich hatte einen Strauß für heute bestellt.
Die Chefin nestelt hinter der Theke rum, schaut sich suchend um, findet aber nichts. “Wo steht denn der Meyerstrauß?” ruft sie meiner Kollegin, die hinten steht, zu.

“Aufm Klooohooo!” brüllt die zurück.

Der Gesichtsausdruck des Kunden war gold wert. Ehrlich.

Tot, Erben und Betrug

Abgelegt unter: Täglicher Wahnsinn — sarah @ 10:43

grab.jpg

Vor einer Weile ist eine Verwandte von mir verstorben. Die ich eigentlich gar nicht kannte. Heißt nicht, dass ich deswegen nicht irgendwo traurig bin – aber nunja. Wenn zu dem Familienzweig so überhaupt kein Kontakt mehr besteht und man auch nie die Möglichkeit hatte jemanden dort kennenzulernen, geht das mehr oder weniger an einem vorbei. Eine Mitteilung über den Tod, ein kurzes Telefonat, Ratlosigkeit. Beisetzung zu der man nicht geht – man kennt halt niemanden und es kam mir komisch vor, mich in die wirklich trauernden Reihe einzugliedern. Das Grab habe ich im Nachhinein besucht und auch ein letzter Blumengruß kam von mir. Kam mir irgendwie anständig vor. Naja. Aber das wars dann auch irgendwie.

Wochen später en Schreiben vom Gericht: wollen sie erben? Wenn nicht, bitten wir sie das Erbe auszuschlagen. Eine Frist von 6 Wochen bestünde.

Ja, und da stehe ich nun. Gerade eben war ich beim Gericht – und der total idiotische, unfreundliche und abartige Mensch Beamte dort macht einen Aufriss. Sie wussten also vom tot? Ja, das tat ich. Ja und wieso kümmern sie sich dann nicht drum? Ich bin doch jetzt hier – genau deswegen. Von der 6 wöchigen Frist wussten sie? Ja, steht ja in dem Schreiben. 6 Wochen ab Kenntnis des Todes, nicht ab dem Schreiben! Das tut mir Leid- das wusste ich nicht. So viele Sterbefälle hatte ich in meiner Familie noch nicht – das ist Neuland für mich. Sie wussten aber schon, dass man ein Erbe ausschlagen muss?! Ja, war mir bekannt. Deswegen bin ich ja hier. Ja, sie sind hier – 5 Wochen zu spät!

Ich wär ihm am liebsten ins Gesicht gesprungen. Woher soll ich das denn bitte wissen? Seit 18 Jahren besteht kein Kontakt mehr zu der Verstorbenen und allen anderen Erbberechtigten. Zu erben gibt es nur vielstellige Schulden. Wieso geht der Mensch davon aus, dass ich die haben will? Mal ganz davon abgesehen: ich hätte so oder so auf das Erbe verzichtet. In der Erbfolge stehe ich irgenwo ganz unten – wenn es wirklich etwas gegeben hätte, hätte ich das bereitwillig den Menschen überlassen, die näheren Kontakt zu ihr hatten – weil ich finde, dass mir nichts zusteht.

Das ging dann noch ein wenig hin und her – ich, die miesefiese böse und hinterliste Betrügerin und Erbschleicherin. Zähneknirschend hat er mir dann doch noch eine Anfechtung geschrieben. Die wird nun auf Betrügerei meinerseits geprüft – und wenn ich Glück habe, bin ich raus aus der Nummer. Wenn nicht, gehts vor Gericht.

Also als Tipp an alle: ein Erbe muss innerhalb von 6 Wochen ab Kenntnis des Todesfalles ausgeschlagen werden. Niemals nicht nicht nicht auf ein Schreiben vom Gericht warten! Zur Not muss hinterhertelefoniert werden – der Staat kann ja nicht jeden an die Hand nehmen und ihm zeigen wie alles geht, sagte mein Beamter so schön dreist.

Uff. Dabei bin ich doch immer eine treure Leserin des Bestatterweblogs und dachte, ich würde mich ein wenig auskennen.

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