Mal so, mal so

30. April 2009

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 19:35

Grob gesagt gibt es zwei Arten von Kundinnen. Die, die gerne sofort bedient werden und die, die das nicht wollen.

Die erste Sorte kommt in den Laden und stellt sich demonstrativ vorne an den Tresen. Stellen ihre Tasche ab und rufen Haalloooo. Das sagt mir dann, ich muss sofort alles stehen und liegen lassen und zu der Kundin eilen, die dann entweder exklusive Wünsche hat und das Beratungsgespräch damit lang hinzieht, oder eigentlich nur eine Kleinigkeit haben wollen und die (damit eigentlich gesparte Zeit) mit Unterhaltungen ausfüllen. Das Wetter, die Nachbarin, die Politik, die Schweinegrippe… hauptsache zeitfüllend und uneffektiv.

Die andere Sorte Kundin ist die, die verstohlen und leise in den Laden kommt und sich umsieht. Meistens in den hinterletzten Ecken wo sonst niemand hingeht. Und mich damit zu Tode erschrecken, weil ich um die Ecke eile und dort niemanden vermute. Diese Kundinnen kaufen oft nichts oder nur Kleinigkeiten – Beratung wünschen sie nicht und Unterhaltungen oder ein Lächeln auch nicht. Nichtmal den schönen Tag Wunsch erwiedern sie, kein Danke, kein auf Wiedersehen.

Bei beiden Kundinnenarten kann man gravierende Fehler machen. Lässt man Gruppe 1 einen Moment warten, weil man gerade etwas anderes tut, einen Kunden bedient oder telefoniert, fangen sie an unfreundlich zu werden. Nervöses umgesehe, auf die Uhr schauen. Bedient man sie dann, kann man ihnen bei exklusiven Wünschen nichts recht machen. Kaufen sie eine Kleinigkeit, wird die (ihr natürlich zustehende) Zeit mit gemotze über Blumenqualitäten und Preise gefüllt. Sie gehen unzufrieden und muffelig aus dem Laden.

Bei Gruppe 2 ist es gefährlich, sie zu früh oder überhaupt anzusprechen. Spreche ich sie sofort an, fühlen sie sich überrumpelt oder von mir gestört, gucken mich böse an. Nein sie können mir NICHT helfen! na, dann halt nicht. Spreche ich sie an wenn sie sich schon eine Weile umgesehen habe, werde ich genauso böse angeguckt. Nein ich habe hier NICHTS gefunden. und rauschen aus dem Laden.

Ich mag beide Arten nicht. Darf ich ja eigentlich nicht sagen – ich muss ja alle meine Kunden mögen und freundlich bedienen. Zweiteres mache ich auch. Nur mögen, das will ich nicht.

Ich habe manchmal so das Gefühl, als würde ich von diesen Kundinnen nur als Verkaufs- und Beratungsautomat gesehen werden. Hauptsache funktioniert. Egal wie unfreundlich die Kundin ist, ich muss ihnen zu diensten sein. Und wehe es läuft einmal etwas nicht so wie sie wollen.

Dabei ist es eigentlich ganz einfach: erwiedert man meine Freundlichkeit, verläuft die ganze Sache für beide Seiten viel angenehmer. Ich habe überhaupt nichts dagegen mich mal etwas länger mit einer Kundin zu unterhalten, netten Kunden schenke ich auch mal eine Rose und liefere kostenlos 50l Erde mit dem Fahrrad zu ihr nachhause.
Was die meisten dabei aber nicht verstehen ist, dass es ihnen nicht von Grund auf zusteht. Blökt man mich schon an, wenn ich sie nur anspreche, verschenke ich auch nichts. Und dann verlange ich auch die 6 Euro Lieferkosten.

So einfach ist das liebe Kundinnen.

BTW: Ja, ich habe mit Absicht nur in der weiblichen Form gesprochen. Diese Phänomene treten tatsächlich nur bei KundINNEN auf. Männer sind da anders. Nicht einfacher, aber doch gravierend anders.

Werder – HSV

Abgelegt unter: Täglicher Wahnsinn — sarah @ 18:48

Ich wohne gar nicht mal so weit vom Stadion weg. Seit 19 Uhr bin ich Zuhause und höre seitdem im Minutentakt Polizeisirenen. Oder Krankenwagen. Oder beides. Das Wetter ist zu gut und Tanz in den Mai ist auch noch.

Das wird wohl lustig heut abend.

Ich drücke Werder jedenfalls die Hufe und wünsche allen einen schönen ersten Maitag :uglylove:

Mathekurs

28. April 2009

Abgelegt unter: Täglicher Wahnsinn — sarah @ 17:58

Nä… heute rede ich nicht über die Arbeit. Ich bin nämlich beleidigt. So.

Ich rede viel lieber darüber, dass ich heute nachhause gekommen bin und geputzte Fenster vorgefunden habe. Also entweder habe ich da wirklich einen Glücksgriff getan, oder das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl. Hätte ich vielleicht selber mal…? Hmm.

So schlimm wars eigentlich gar nicht. Man gewöhnt sich sehr schnell an die Dunkelheit. Ist bestimmt auch besser für die Augen sie nicht immer UVA und UVB Strahlen auszusetzen. Soll ja Krebs verursachen. Naja.

Desweiteren überlege ich gerade, welches Buch ich mir bestellen sollte. Im Juni nehme ich nämlich an einem Mathevorkurs teil. Für das Studium und so. Damit ich nicht ganz so doof dastehe.

Eigentlich war ich immer einigermaßen gut in Mathe. Nur bin ich nun ja auch schon eine ganze Weile aus der Schule raus und habe einiges vergessen. Habe ich eigentlich schonmal erzählt, dass wir auf der Arbeit keine funktionierende Kasse haben und ich alles im Kopf rechnen muss? Man sollte meinen dass das übt. Tut es aber nicht – ich habe irgendwann aufgegeben und benutze verschämt den Taschenrechner den unsere Auszubildene irgendwann neben der Kasse versteckt hat.

Deswegen mache ich gegen ein kleines Entgeld einen Mathekurs der auf die Studieninhalte vorbereiten soll. Und dafür brauche ich vernünftige Literatur. Momentan liebäugele ich mit diesem hier Mathematik für Inschenöre. Wurde mir von einer fast-Inschenörin empfohlen.

Vor ewig und 3 Tagen, als ich noch in die Schule ging und Mathe hatte, durfte sollte ich ein Mathenotizbuch führen. Jedes Thema das wir behandelt haben, sollte ich kurz anreißen, erklären und ein paar Beispielaufgaben aufzeichnen. Das wird euch später bei der Abiprüfung nützlich sein!.

Ja, es wäre bestimmt nützlich gewesen. Wenn nicht auf Seite 12 stehen würde Liebe Sarah, leider hast du dein Mathenotizbuch nicht weitergeführt. 0 Punkte. -Unterschrift-

Nunja.

Freunde finden

27. April 2009

Abgelegt unter: Täglicher Wahnsinn — sarah @ 12:59

Blumen sagen mehr als 1000 Worte.

freunde

Klug eingekauft

25. April 2009

Abgelegt unter: Blumenkrieg — sarah @ 13:29

Ich fahre mit Chefe zum Großmarkt. Unsere Mission: rote Rosen kaufen. Unsere sind nämlich alle und zum Wochenende brauchen wir unbedingt welche. Also machen wir einen kurzen Abstecher.

Wir sind spät dran für den Großmarkt – es ist 8.30 Uhr morgens. Die Leute da fangen schon um 2 Uhr nachts an und sind muffelig. Die meisten Stände haben auch schon abgebaut – wir haben unsere Rosen aber vorbestellt, also ist das kein Problem.

Wir laufen durch die Halle, an den Topfpflanzenhändlern vorbei. Chefe sieht sich rein interessehalber um, betont aber mehrfach dass wir sonst nichts mehr brauchen. Ein paar Tage zuvor haben wir erst eine große Lieferung aus Holland bekommen (meiner Meinung nach viel zu viel) und wir wissen schon gar nicht mehr wohin mit dem ganzen Zeug. Zumal es kundentechnisch momentan eh ziemlich mau aussieht.

Wir treffen einen Händler bei dem wir sonst oft kaufen. Man unterhält sich, schaut sich die Waren an. Weil es spät ist, sind nur noch die Restbestände da – und die sehen auch dementsprechend aus. Vertrocknet, alt, verblüht.

“Was machste denn damit? Das kannste doch nur noch verschenken – schau mal!” Chefe schüttelt die traurige Pflanze und das Beste fällt ab. Und auch sonst irgendwie alles.
- “Tja, die geb ich dann günstiger raus”
“Da musste aber nen ganz schön Dummen für finden!”
- “Fürn Euro kannste die haben. Musst aber alle nehmen.”
Chefe lacht nur und zerrt mich weiter. Wir wollen ja Rosen kaufen.

Das tun wir dann auch. Ich trage die Rosen bottichweise, Chefe trägt die Verantwortung. Oder so.

Wir kommen wieder an dem Händler von eben vorbei.

“Wir brauchen sonst ja nichts. Der Laden steht voll, wir haben alles.”
Jojo. Ich trage die Bottiche zum Transporter – und auf einmal stehe ich alleine da. Ich lade ein und stehe ein wenig unnütz rum. Wo isser nu hin?

Minuten später kommt er – bepackt mit 3 Wagenladungen Gammelpflanzen von eben.

“Fürn Euro hab ich die bekommen. Schau mal, wenn man da ein bisschen puhlt und nachher mal ordentlich gießt, dann sind die doch noch gut!”

Und nun ratet mal was das für Theater gab als die Chefin den Mist gesehen hat – und wovon wir heute 4 Paletten wegwerfen konnten.

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