Eigentlich bin ich ja ganz zufrieden mit meinem Leben. Das war schonmal anders. Aber momentan… eigentlich hab ich überhaupt nichts zu meckern, es geht vorran und läuft.
Aber manchmal, ja manchmal, da sitz ich hier so rum und denke nach. Es gibt so viele Dinge, die ich gerne machen würde. Mein Leben könnte ganz anders aussehen und eine ganz andere Richtung haben.
Ich mag das deutsche Wetter nicht. Mal ehrlich: meistens ist es hier kalt, diesig, dunkel und feucht. Man sehnt sich nach den paar Sonnenstrahlen, die man mit Glück an einigen Tagen im Sommer auffangen kann. Und die den Bedarf an den anderen grauen 300 Tagen im Jahr decken müssen.
Die Tochter eines Freundes meines Vaters (so um 4 Ecken rum irgendwie), hat nach dem Abitur mit frischen 18 Jahren alles hingeworfen und ist mit ihrem Freund nach Australien ausgewandert. Dort leitet er eine Surfschule.
Vor einer Weile habe ich der Strand von Alex Garland gelesen. Sie wissen schon, das wurde mal mit dem Di Caprio verfilmt. Aussteiger, die an einem einsamen Strand leben.
Thailand fasziniert mich. Ich lese verschlinge Reiseberichter, bewundere Weltreisende. Ich spreche einigermaßen englisch, französisch und spanisch. Damit käme ich sogar ein bisschen weiter als nur bis zum Flughafen.
Vor ein paar Jahren wurde ich gefragt, was ich gerne ein mal im Leben tun wollen würde. Ich habe gesagt: einmal im Leben in einem roten Kleid in Argentinien tanzen. Und dabei Rum trinken.
Die Vereinigten Arabischen Emirate finde ich spannend. Eine ganz andere Kultur in der ich als Frau wenig zu melden hätte. Aber ich würde trotzdem gerne wissen, wie man dort so lebt. Ob ich dort leben und zurecht kommen könnte. Einmal die Wüste sehen.
Afrika. Somalia und Kenia sehen. Eine ehemalige Schulkameradin von mir, hat dort eine Weile gelebt und ein englisches Internat besucht. Ich war sprachlos, als sie mir das erzählte.
Paris… Paris ist meine Stadt. Die wunderbarste die ich kenne. Ich könnte mir vorstellen dort zu leben. So ganz und für lange Zeit.
Und nun? Nun bin ich froh dass ich auf meinem Bett vor dem Laptop sitzen kann, mit schnellem Internetzugang. Ich bin froh, dass ich Feierabend habe. Dass ich überhaupt einen Feierabend haben kann, was ja Arbeit vorraussetzt. Ich bin froh, dass die Menschen um mich rum meine Sprache sprechen. Ich bin froh die Domglocken durchs offene Fenster hören zu können. Dass ich gleich einen Nudelsalat machen kann, weil ich alle Zutaten dafür einfach so im Supermarkt kaufen kann. Dass ich duschen kann wann ich will. Dass ich Auto, Straßenbahn oder Rad fahren kann, wie es mir beliebt.
Und am meisten freue ich mich über meine unsere gerade gekaufte Einbauküche, das bald beginnende Studium und das alles so ist, wie es jetzt gerade ist.
