Ja, mal wieder.
Am Montag habe ich mich dran gemacht und habe tapeziert. Gleichzeitig waren die Dachdecker da, weswegen mein Liebster mir nicht zur Hand gehen konnte. Aber wat solls. In grauer Vorzeit habe ich meinem Vater dem Tapeziermeister mal geholfen (bleib da man stehen und halt die Leiter fest… gut machst du das…) und selbst ist die Frau. Werkzeug und ein paar nützliche Tipps gabs von der Schwiegermama und los gings.
Als allererstes habe ich die Wände saubergefegt und den Boden von unnötigem Zeugs befreit. Dann ein wenig unschlüssig mit einem Lot rumgestanden, ein wenig mit dem Zollstock rumhantiert, die erste Bahn zugeschnitten.
Das ging schonmal nicht so einfach wie ich dachte. Ich war im besitz eines Tapeziermessers – das zu nix getaugt hat. Keine Ahnung was man damit macht – scharf wars jedenfalls nicht. Das Küchenmesser hat auch nur mäßige Erfolge gebracht, also hab ich eine Schere genommen. Damit wurde die Kante wenigstens gerade.
Eingekleistert, gewartet, Kaffee getrunken. Dann die Wand mit Kleister vollekleht und die erste Bahn an die Wand gedrückt. Die hing dann wenigstens schonmal und ich stand ein wenig wichtig guckend rum. Oben zur Decke hin war die Bahn etwas zu lang -mit Absicht. Der Tapezierratgeber von Hornbach, der an der Kasse auslag, hat das so vorgeschlagen. Der nächste Schritt wäre dann das zurechtschneiden der überschüssigen Kante gewesen.
Das ging dann total daneben. Tapeziermesser und Küchenmesser haben die Kante zerissen und irgendwie ist dann auch noch ein Stück der Seite eingerissen… also wieder runter mit dem Scheiß und eine neue Bahn fertig gemacht und geklebt.
Diesmal gleich mit der Schere beschnitten – die schneidet wenigstens gerade.
Ab da ging es dann auch einfacher. Der Raum ist irgendwie krumm und schief, weswegen das dann alles mehr oder weniger nach Augenmaß gehen musste und die Deckenbalken waren auch ein wenig problematisch. 6 Stunden später war ich dann aber fertig. Noch hängt auch noch alles wo es hin soll – bis auf die eine Ecke. Ich glaube wir hätten die Wand vorher grundieren sollen – altes Bauernhaus mit teilweise sehr alten Wänden die komisch verputzt waren und den Kleister so weggesoffen haben. Aber nu is zu spät und zur Not kommt da halt ein Bild drüber
Am nächsten Tag haben wir dann gestrichen, in einem schönen apricotton. Der wirkte im Topf und an der Wand anfangs recht dunkel – aber mittlerweile ist alles abgetrocknet und sieht sehr schön aus.
Mein Liebster hat die Tage dann die Küchenzeile und die Dunstabzugshaube aufgehangen und mein werter Papa hat den Herd angeschlossen. Nun kommt morgen noch der Klempner um irgendwelche Ventile dranzudröseln und wir haben Wasser.
Dann… dann ist alles geschafft und es kann gekocht werden!