Hier herrscht gerechte Arbeitsteilung. Ich koche und der Mann macht Spinnen weg. Und wäscht ab. Und bringt den Müll raus. Baut Regale auf. Trägt Möbel. Kauft Getränkekisten. Fährt, wenn wir Einkaufen wollen. Macht mir Kaffee. Und so. Wie gesagt, ganz gerecht.
Nun ist er aber krank und liegt im Bett.
Und ich hab den ekelpfuibah Müll rausgebracht. Einmal Bio, einmal Pappe und Gelber Sack. Abgewaschen habe ich auch. So ein bisschen. Die Küche sieht trotzdem aus wie Sau.
Und abwaschen ist ekelhaft. Und der Mann hat geschimpft, weil die Teller noch immer Flecken haben.
Am letzten Weihnachtsfeiertag waren wir noch kurz auf dem Friedhof und haben eine Kerze angezündet, für Schwiegeroma.
Ist jedesmal wieder merkwürdig, dort zu sein. Ein ganz frisches Grab war gerade ausgehoben und mit noch frischen Kränzen bedeckt. Ein Nachbar. Wobei Nachbar hier auf dem Lande ein weitläufiger Begriff ist und auch jemandem in einem anderen Dorf bezeichnen kann.
Am letzten Wochenende wurde mein Cousin beerdigt. Den ich eigentlich gar nicht richtig kannte.
Jedenfalls war ich nicht bei der Beerdigung (ich war auch nicht eingeladen, wenn man das so sagen kann). Aber irgendwo habe ich schon das Bedürfnis, zum Grab zu fahren.
Am 2. Januar jährt sich der Todestag meiner Oma. Vielleicht verbinde ich das gleich mal und fahre zu beiden Gräbern – die Friedhöfe sind etwas weiter weg von hier.
Vielleicht habe ich das schonmal erwähnt: meine Familie spricht untereinander in allen möglichen Konstellationen kein Wort mehr miteinander. Ich richte mich da nicht nach und habe vor so ziemlich genau einem Jahr wieder Kontakt zu meinen Großeltern aufgenommen.
Jedenfalls sagte sie letztens zu mir: Kind, es ist so traurig, wenn wir uns alle erst am Grabe eines anderen wiedersehen.
Der Satz lässt mich seitdem gar nicht mehr los. Recht hat sie.
Wie schön könnten die Weihnachtsfeiertage sein, wenn wir alle zusammenfeiern könnten. So gesehen habe ich nämlich eine sehr große Familie.
Aber das ist wohl auch zu idealistisch gedacht.
Hach… die Feiertage bekommen meinem Gemüt gar nicht gut.
Ich würde gerne kündigen. Kündigen. Kündigen!
S.cheißladen, können mich alle mal.
Dann bräuchte ich ne neue Stelle. Alles kacke.