Wer fährt denn mal eben für mich zur Notapotheke und holt Wick Day med, sowie Bepanthen Wund und Heisalbe für die Nase? Mir gehts scheiße.
(Ich könnte mich ja wirklich drüber ärgern, in meinem Urlaub krank zu sein. Ich könnt aber auch froh sein, nicht während der Arbeit krank zu sein. Positive Glaubenssätze und so
)
Ja, echt mal. Ich weiß gar nicht, ob ich das schonmal erzählt habe, aber: ich hatte in meiner Anfangszeit wirklich Probleme damit, die Obst und Gemüsesachen auseinander zu halten.
Es ist so, dass es Früchte gibt, die abgewogen werden müssen und welche, die einen Einzelpreis haben. Die abzuwiegenden Sachen sind mir egal. Da müssen sich die Kunden selber drum kümmern. Bei den Einzelpreisfrüchten muss ich allerdings die PLU Nummer in die Kasse eingeben. Dazu muss ich wissen, welche Nummer zu welchem Gemüse gehört. Die gängigen Sachen wie ein Bund Suppengrün, der Blumenkohl oder die Gurke habe ich schnell auswendig gelernt. Bei allen anderen Sachen kann ich nachschauen. Und da beginnt das Problem.
Kunde A bringt mir ein Dings an die Kasse. Ich stufe es als Gemüse ein. Es ist irgendwie so weiß. Geformt ähnlich wie ein Radieshchen. Das Grün das oben dran wächst, könnte auch zu einer Sellerieknolle gehören. Aber eigentlich könnte es auch eine Mischung aus Kohlrabi und Fenchel sein. Naaa?
Ich frage den Kunden und sehe wie der dümmste Mensch auf Erden aus.
Aber das wollte ich eigentlich gar nicht erzählen. Das Problem hat sich im Laufe der Wochen nämlich sogut wie gelöst. Ich hab zwischendurch mal ein bisschen Zeit in der Gemüseabteilung verbracht und zuhause mal gegooglet. Nun weiß ich, dass das eben beschriebene eine Mairübe war.
So. Erzählen wollte ich nun eigentlich von meiner Unfähigkeit solch exotischer Gemüse zu verwerten.
Ich koche mittlerweile ja echt gerne und auch sehr gerne frisch. Mit diversen Rezeptseiten verbringe ich viel Zeit und meistens kommt da auch was tolles bei rum (von heute mal abgesehen, aber das sprengt nun den Rahmen).
Aber was macht man bloß mit
- Mangold
- Wirsing
- China/Spitzkohl
- Radiccio
- Chicoree
- Fenchel
- Zitronengras
- Rettich
?
Ratlos, sehr ratlos.
Im Docblog erfährt man, was ein Arzt so in seinen Kitteltaschen mit sich rum schleppt.
Der Vergleich hinkt vielleicht, aber: ich habe auf der Arbeit auch so etwas wie einen Kittel. Und der hat auch Taschen. Soho. Könnter mal sehen.
Also, als Kassiererin hab ich dabei:
- diverse kleine Zettel, falls ich mal was aufschreiben muss
- mein Transformerponder. Damit kann ich durch diverse Türen, durch die andere nicht dürfen
- Kugelschreiber. Die gehören eigentlich nicht mir. Ich stecke sie trotzdem ein
- ein Taschenrechner. Jaja, ich weiß. Aber rechnen sie doch mal eben 25% von 17,99 aus? Eben.
- ein kaputtes Haargummi
- diverse alte und neue Dienstpläne, Dienstplanänderungen, Urlaubsplanungen, Zettel. Das sieht auf den ersten Blick nach ungeordnetem Müll aus. Ahaber, ich bin die einzige die ihren Dienstplan sofort nachschauen kann und bei Änderungen sofort zu- oder absagen kann.
- in meinen Pausen, ein Telefon. Da bin ich dann nämlich so wichtig, dass ich zurück an meine Kasse telefoniert werde, wenns voll wird
- ein Spickzettel, auf dem die Werte von diesen Münzrollen stehen (das könnte ich eigentlich auch mal erklären…)
- zerissene Zigaretten-Stangen-Verpackungen mit kryptischen Geschreibe.
So sieht das aus. Gar nicht schlecht wäre auch etwas Geld, falls ich mir selber mal etwas in meiner Pause kaufen möchte. Da ist die ähm, sagen wir mal Verwechselungsgefahr aber doch zu groß, wenn ich mal eben 20 Euro in meinen Kittel verschwinden lasse oder raushole.
Nützlich wären außerdem eine Flasche Wasser, die da aus logistischen Gründen aber einfach nicht reinpasst, und die ich auch grundsätzlich an meiner Kasse vergesse, wenn ich Feierabend habe. Deswegen steht die nun nur noch in der Umkleide.