Ich habe mir ein Buch bestellt. So eins zum Lernen und so. Das sollte mir per Her Götterbote zugesand werden.
Ich wohne hier ja noch nicht so lange und die Paketfrau hat meine Adresse wohl einfach mal mit einem Nö! Die gibts da nicht! quittiert.
Und weil die Götterboten nicht zur Post gehören bei einem anderen Logistikunternehmen arbeiten, haben sie mein Päckchen nicht einfach ins Gebüsch geworfen und sind weggelaufen, neinnein. Erst wurde ich angerufen und als ich nicht ranging meine Schwiegermutter inspe (nun frage ich mich, wo die deren Nummer her haben. Aber nungut.)
Jedenfalls ist das nun geklärt und heute sollte mir ein Exemplar von Hartmut Ernsts Grundkurs Informatik. Grundlagen und Konzepte für die erfolgreiche IT-Praxis hier eintreffen.
Das veranlasst nun auch dazu, mich mal nach Türschildern umzusehen. Außer am Briefkasten, taucht hier nirgends mein Name auf. Hmm.

Das kam heute von der Gemeinde per Post. Hach, das find ich ja nett. Sogar in echt und mit Hand unterschrieben.
Den Pastor kenn ich sogar – der hat die Nachbarn getraut, vor ein paar Wochen.
In Bremen gibts sowas nicht, glaub ich. Wobei sich da die Frage aufdrängt, wie sowas funktioniert. Bekommt der Mensch jeden Monat eine Liste vom Einwohnermeldeamt wer weg- oder zugezogen ist und die schreibt er dann an?
Der Umschlag war sogar so richtig mit Briefmarke beklebt.
Naja, wie auch immer. Jedenfalls wohne ich hier nun mit Gottes Segen in wilder Ehe aufm Land.
Mein Liebster und ich wohnen ja nun zusammen. Wir kennen uns zwar schon recht lange, aber eine Wohnung teilen ist dann ja nochmal eine ganz andere Kiste.
So mussten wir uns zb. einigen, wer wo in der Küche sitzen darf. Ich sitze nun immer mit dem Rücken zur Tür. An sich wollte ich gerne den anderen Platz haben – aber das wurde mir verwehrt. Aus logistischen Gründen irgendwie. Naja.
Jedenfalls habe ich nun den Platz an der Tür. Der sich für mich nun auch als der bessere Platz herausgestellt hat – ich komme ohne mich großartig bemühen zu müssen, an den Kühlschrank. Ich hab den Herd immer im Blick. Auf dem kleinen Regal neben mir liegt immder die Fernbedienung für die Glotze. Der bessere Platz eben.
Nun bin ich gerade mal alleine hier. Und schaue so zufällig auf den nicht-Tür-Platz. Also so daunter/neben. Da steht der Ketchup. Und der Saft. Beides halb unterm Stuhl.
Ich glaub da ist jemand neidisch auf meine Nähe zum Kühlschrank.
Hat eigentlich nur dazu gedient, die ganzen angefangenen Flaschen zu leeren, damit wir endlich ein bisschen mehr Platz in unserem kleinen Küchenregal haben. Hat nicht so ganz gut funktioniert. Müssen wohl noch mehr feiern.

Heute bin ich nach der Arbeit direkt in mein “neues” Zuhause gefahren. Das mache ich während der Woche eigentlich nicht – ist zu weit und wird zu spät. Heute hab ichs trotzdem gemacht, weil ich morgen frei habe.
Und nun… sitz ich hier alleine in meiner wundervollen Küche am Tisch, mit einem frischen Kaffe neben mir und schaue raus. Draußen steht der Trecker vor der Tür. Der Hund kam mir eben kläffend entgegen.
Eigentlich… gibt es momentan nichts schöneres, als hier zu sitzen. In meiner wundervollen Küche. Und zu warten. Auf den wundervollen Liebsten, der mir diese wundervolle Küche gebaut hat.