Niemand gesehen

27. Februar 2010

Abgelegt unter: at work — sarah @ 09:52

Eine Kundin steht mit ihrer Begleitung bei meiner Kollegin in der Schlange. Sie nestelt an ihrem Einkaufswagen herum, findet eine kaputte Packung Mehl und stopft sie unters Band.
Sie packt weiter aus und findet einen kaputten Joghurt. Der passt nicht mehr unters Band, also schmeißt sie ihn übers Geländer weg auf den Kassentisch der Kasse nebenan, wo gerade niemand ist. Meiner Kasse.

In dem Moment gehe ich gerade durch den Wartebereich der Kasse und sie schaut mich erschrocken an.

“Hat ja niemand, gesehen, oder?!”

- Ich weiß nicht. Bin ich niemand?

Eigentlich hätte ich ihr einen Eimer und einen Lappen holen sollen. Aber dass der Joghurt sich über meine Tastatur ergossen hat, hab ich leider erst später gesehen.

Btw: wenn etwas kaputt geht, leckt, tropft… darf man ruhig der Kassiererin bescheid sagen und die Sachen nicht irgendwo um/bei/vor/auf dem Kassenbereich verstecken. Genauso verhält es sich mit Sachen, die man zu viel hat. Darf man gerne vorne wieder abgeben.

Sehr ärgerlich ist das nämlich mit frischen Sachen, die eigentlich gekühlt werden müssen. Liegen die 2 Stunden irgendwo vor der Kasse, sind sie hin. Sagt der Kunde allerdings bescheid, besteht noch die Möglichkeit die Waren wieder gekühlt zu lagern.

Bösewichtin II

26. Februar 2010

Abgelegt unter: at work — sarah @ 09:37

Sie war heute wieder da. Diesmal waren die Kollegen aber schlauer und sind ihr hinterhergewieselt. Mit 3 Mann, jeder von einer andren Seite, in jedem Gang, in jeder Ecke. Geschnallt hat sies aber trotzdem nicht und ihre Tasche prall gefüllt – diesmal mit Käse und Wein.

Am Ausgang gings dann aber ganz schnell und am Ende hab ich sie nur noch von 2 Polizisten begleitet den Laden verlassen sehen.

Gönn ich ihr.

Sowas…

24. Februar 2010

Abgelegt unter: at work, ich?, studium — sarah @ 09:50

Man merkt, dass man neben der Arbeit und dem Studium zu wenig Zeit für andere Dinge hatte, wenn einem eine Freundin erzählt, dass sie 4 Wochen auf Montage am andren Ende Deutschlands war und man das überhaupt nicht gemerkt hat.

:shock:

(Deswegen warse auch ziemlich stinkig auf mich.)

Bösewichtin

20. Februar 2010

Abgelegt unter: at work — sarah @ 09:59

Eine Kollegin kommt an meine Kasse und weist mich auf eine Kundin hin. Diese verhielte sich verdächtig, habe ein paar hochwertigere Waren wie Kaffee und Rasierklingen … ich solle doch einfach mal schauen, was sie bezahlt.

Als sie dann an meine Kasse kommt, stehen nur 2 Becher Sahne für wenige Cent auf dem Band. Sie grüßt nicht, sie schaut mich nicht an. Aber sie hat eine prall gefüllte Tasche bei sich.

“Dürfte ich einmal ihre Tasche sehen?”

Wumms. Sie nimmt den Sahnebecher, bewirft mich damit und sprintet los. Erstaunlich schnell.

:shock:

Sowas hab ich bisher auch noch nicht erlebt.

Was mich an der ganzen Sache aber am meisten erstaunt hat: ich konnte die Frau später kaum noch beschreiben.

Eier

19. Februar 2010

Abgelegt unter: at work — sarah @ 09:42

Ein Mann kommt an meine Kasse und stapelt einige Sachen auf dem Band. Er nimmt sich eine Tüte von unterm Band und schmuggelt sie genauso unterm Band an mir vorbei. Doof nur, dass ich diese Masche kenne und mittlerweile grundsätzlich bei jedem Kunden darauf schaue.
Ich tippe wortlos die Tüte in die Kasse ein, lege eine kurze künstlerische Pause ein und beginne dann mit dem Scannen der restlichen Waren. “Achja, und die Tüte…” murmelt er. Ja, war sicher ein Versehen…

Ich scanne und scanne… bis das Band mir einen Karton mit Eiern herschiebt. Diesen öffne ich kurz um reinzuschauen, schließe ihn wieder und scanne.

“Ich hab genau gesehen, was Sie da gemacht haben! Sie glauben ich KLAUE! Ich soll hier KLAUEN!”

- Bitte?

Er schaut sich beifallheischend um.
“Sie denken, dass ich hier bescheiße und nur große Eier in die Pappe tue oder was andres drin verstecke! Ich hab genau gesehen, wie Sie dareingeschaut haben um mich zu kontrollieren! MICH!”

- Stimmt du Arsch. Die Tüte hast du dir ja auch versucht zu erschleichen und weil du dich da nun drüber ärgerst, machst du Aufstand. Aber schrei ruhig weiter, meine Schamgrenze ist noch lange nicht erreicht.

- Nein, ich habe noch nie erlebt, dass ein Kunde etwas in den Eierpappen versteckt hat. Aber manchmal fehlt ein Ei oder ist kaputt und bevor Sie sich dann zuhause drüber ärgern…

Manchmal bin ich es so leid. So sehr. Ich muss nunmal nach Ausweisen fragen, in Körbe und Taschen schauen, Obst und Gemüse nachwiegen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich genau diesem einen Kunden Diebstahl unterstelle, sondern weil ich das einfach bei allen Kunden machen muss. Wo kämen wir denn dahin, wenn ich am Äußeren abschätzen müsste ob ein Kunde ehrlich ist oder nicht und ob ich mir mal seine Tasche zeigen lassen sollte? Wenn alle Kunden ehrlich wären, bräuchten wir ja überhaupt kein Sicherheitspersonal. Eigentlich bräuchten wir nichtmal Kassen. Ehrliche Kunden können sich ja etwas aus dem Regal nehmen und im Gegenzug gleich das Geld an den Platz legen. Da würde der Umsatz am Abend sicher auf den Pfennig genau stimmen.

Solche Grundsatzdiskussionen gibt es übrigens meistens nur mit mittelalten Männern. Gelangweilt und unterfordert, so dass man seine ganze Energie darein stecken kann, die Kassierein zu ärgern, mit dem Busfahrer zu diskutieren oder den Postboten anzublöken.

Meine Arbeit macht mir aber trotzdem meistens Spaß

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