Januar

Wunderschönes Wetter am dritten Januar.

In Studienstadt sieht man kaum mehr einen Unterschied zwischen Himmel und Horizont. Auf dem Rückweg nachhause Schneesturm und ich bin froh, als ich heile ankomme.
Es geht in die heiße Phase der Prüfungsvorbereitung, mein erstes Semester strebt dem Ende zu. Der Mann ist zur Zeit auf Lehrgang, ich bin Strohwitwe und kann von morgens bis abends lernen. Es gibt zu viel Kaffee und zu wenig Essen.
Februar
Die Prüfungen sind vorbei, ich habe Semesterferien, bin erkältet und total platt. Die Noten trudeln ein, sie sind in Ordnung. Ich baue Überstunden ab und kann einige Zeit zuhause verbringen.

Mein erster Asternstrauß in diesem Jahr.

Es taut, ein merkwürdiger Anblick nach so langer Zeit Winterlandschaft.
März

Das Wetter ist kaputt, Schnee, Regen, Tauwetter und Hagel wechseln sich ab.

Aber endlich, gegen Ende des Monats, kommen die Krokusse doch noch raus und es wird langsam milder.
Ich habe noch immer Semesterferien und neben der Arbeit viel Zeit zum nichtstun. Ich verscherbele meinen halben Kleiderschrank bei Ebay und fülle einen zweiten mit neuen Sachen. Mein Vorsatz, mich in den Ferien schon aufs kommende Semester vorzubereiten, bleibt liegen. Ich trinke meinen Nachmittagskaffee fast jeden Tag draußen. Meine Uroma stirbt.
April

Ganz langsam, aber stetig, wird es milder, es geht auf Ostern zu.
Das Sommersemester beginnt, ich kann mich nur schwer zum lernen motivieren.

Das Osterfeuer in diesem Jahr macht Spaß, der Aufbau geht fix und nachts ist es nicht allzu kalt. Regen ist angekündigt, es bleibt aber trocken.
Ich habe einen Kuchen gebacken und 3 Eier bemalt. Nicht schön, aber selten.
Auf meiner Fahrt nach Studienstadt fliegt mir mein Auto um die Ohren. 10 Wutanfälle, eine Abschleppung, 5 Tage, einige Telefonate und 300 Euro ärmer, habe ich mein Auto mitsamt einer neuen Zündspule wieder. Außerdem bin ich nun ADAC Mitglied.
Mai

Es wird immer sonniger, die Sommerblumen beginnen zu blühen.

Im letzten Drittel des Mais ist es dann richtig warm. Ich verbringe meine Nachmittage grundsätzlich auf der Gartenliege, lernen kann ich auch da.

Die bunte Katze wirft ihre Kätzchen im Buxbam vorm Haus. Es kühlt schlagartig ab und beginnt zu regnen, die Kätzchen sterben wenige Tage darauf.
Juni

Es regnet und regnet und regnet und… kalt ist es nicht so sehr. Dafür riecht es draußen schön nach nasser Erde.

Vor meine Tür kommen zwei Solanumstämmchen.

Fußball-WM. Die Deutschlandspiele schauen wir bei uns im Carport, mit den Nachbarn. So oft gegrillt wie in diesen wenigen Wochen, habe ich in meinem ganzen Leben nicht. Es ist wahnsinnig warm, ich verbringe meine Nachmittage nur noch im Schatten der Rhododendren.

Katze Lulu bekommt 4 Kätzchen, es überleben alle.
Das Semester neigt sich dem Ende zu, ich lerne wahnsinnig viel, bin aber gut in der Zeit und viel entspannter als im letzten Semester.
Juli

Ich habe Prüfungen und verbringe das Halbfinale Deutschland-Spanien in Emden auf dem Marktplatz. Keine Erfahrung zum nachmachen. Die Prüfungen sind durch, und unser Kühlschrank ist noch mit Grillgut gefüllt. Leer haben wir ihn aber trotzem noch bekommen.

Lulus Kätzchen beginnen das Laufen, ich habe Semesterferien und freue mich des Lebens.
August

Semesterferien und Urlaub. Ich kann endlich mal wieder ein Buch lesen.

Die Anti-Fliegen Bommels an unserer Tür werden von den Kätzchen zerpflückt, das Wetter ist traumhaft.
September

Ich werde befördert, das Semester beginnt wieder und mein Auto geht zur Jahresinspektion. Ich kaufe mir ein neues Handy das auch Internet kann, und fotografiere auf ein mal nur noch kleine Katzen.
Die Kätzchen geben wir an nette Menschen ab. Herzschmerz.
Oktober

Es wird ziemlich schnell ziemlich kühl und der Mann kauft sich eine neue Kamera.
Ich bekomme wahnsinnige Zahnschmerzen und verbringe einen Freitagabend beim Notarzt.

Ich kaufe einen Kürbis am Straßenrand und schnitze dieses Gedingse daraus. Das Kürbisbrot aus dem Inneren wird eher ein Kuchen – schmeckt aber wahnsinnig lecker.
November

Dieses Jahr ist der erste Advent schon früh im November. Vorher habe ich aber noch eine äußerst schmerzhafte Zahn-Op, die ich so schnell nicht wiederholen möchte. Der Mann musste ganz schön unter mir leiden.
Meinen Geburtstag verbringe ich in Studienstadt und schreibe Prüfungsvorleistungen. Der Monat ist lang und anstrengend.
Dezember

Wie jedes Jahr verlangt die Weihnachtszeit gute Nerven. Auch wenn es mein 5. mal hier auf dem Land mit dem Mann im Tannenbaumbetrieb ist, habe ich mich noch nicht in Gänze daran gewöhnt. Mir fehlt der schöne Teil der Weihnachtszeit. Mein Studium bleibt wochenlang liegen.
Umso schöner ist das Ende des Jahres, mit ein paar freien Tagen.
[Das war 2009.]