Hm…

10. März 2008

Abgelegt unter: Täglicher Wahnsinn — sarah @ 13:40

Gestern las ich in unserer lokalen Zeitung, dass das Top-Model und Bondgirl Waris Dirie in Brüssel für zwei Tage verschwunden sei. Sie hätte sich nach einem Discobesuch verlaufen und habe ihr Hotel nicht mehr gefunden. Sie irrte ganze 2 (!) Tage durch Brüssel und habe sich nachts in verschiedenen Hotellobbys ausgeruht.

Da habe ich erstmal doof geguckt. Wie kann man mehrere Tage umherirren, ohne sich hilfe zu holen? Wieso ruft man nicht den Manager/Freunde/andere Begleitung an? Wieso keine Polizei? Wieso schläft eine international bekannte Frau nachts in Hotelvorhallen? Hm?

Waris Dirie kommt gebürtig aus Somalia, hat in einem Nomadenstamm gelebt und hat dort lange Jahre nicht einmal Schuhe besessen. Das weiß ich, weil ich ihre beiden Bücher gelesen habe. “Wüstenblume” und “Nomadentochter”. Beides autobiografische Bücher, in denen sie ihre Flucht aus Somalia, von ihrer dortigen Genitalverstümmelung, ihr Leben in England und den Weg ins Modelbusiness erzählt.
Sehr beeindruckende Bücher, die ich beiden mehrfach gelesen habe. Mittlerweile ist sie übrigens UN-Sonderbotschafterin für die Bekämpfung der genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen.

Wahrscheinlich ist mir der Artikel über ihr Verschwinden gestern deswegen so aufgefallen. Heute habe ich dann ein wenig gegooglet und, siehe da, mittlerweile heißt es, sie wäre von einem Taxifahrer entführt worden, nachdem sie erfolglos ihr Hotel gesucht habe.

Klingt auch irgendwie komisch. Sie wäre in der Disco gewesen, habe sich verlaufen und ihr Handy nicht dabei gehabt. Daraufhin wollte sie sich Hilfe bei Polizisten suchen, die aber auch keinen Rat wussten. Ins Taxi, erfolglos rumgefahren. Der Fahrer habe ihr angeboten sie mit in sein Haus zu nehmen, damit sie erstmal dort übernachten könne. Dort hat er sie dann für die besagten zwei Tage festgehalten und sexuell bedrängt. Und wieder unbehelligt in der Stadt ausgesetzt.

Das sagt jedenfalls ihr Anwalt, übrigens der gleiche der Natascha Kampusch vertritt.
Sie selber spielt die Geschichte als Missverständnis runter.
Hm…

In der zwischenzeit hätte sie wohl eine Auszeichnung für ihr Engagement erhalten sollen, hat die Veranstaltung allerdings verpasst. Die Belgier haben eine Suchfahndung gestartet.

Nun ist sie wieder da, und ich warte mal ab, was die Nachhrichten da jetzt noch zu sagen.
Ich habe gerade übrigens gesehen, dass sie noch zwei weitere Bücher geschrieben hat. “Schmerzenskinder” und “Brief an meine Mutter”. Die kenne ich noch nicht, aber bestimmt werde ich das bald ändern :)

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