Vorhin fuhr ich von der Arbeit nachhause, am Stadion vorbei. Das Wetter ist schön, viele Leute sind mit dem Rad, auf Inlineskates und zu Fuß unterwegs. Schön spazieren gehen kann man da ja.
Da steh ich so an der Ampel und warte, dass mein Vordermann losfährt – und sehe auf der entgegengesetzten Fahrbahnseite einen großen Reisebus kommen, rechts blinkend. Nebendran auf dem Radweg ein Vater mit Kind im Fahrradanhänger und vornweg ein anderes kleines Kind auf einem eigenen Rad. Der Bus fährt, die Radler fahren – und niemand wird langsamer oder hält an.
Der Bus kreuzt den Radweg, ich sehe die Radfahrer nicht mehr. Aber ich höre sie. Das Kind schreit wie am Spieß, der Vater brüllt.
Mein Vordermann fährt los, ich fahre langsam hinterher – und kann die Radfahrer wieder sehen. Das Fahrrad des Kindes liegt halb unterm Vorderrad des Busses, das Kind steht daneben. Der Vater kriegt sich gar nicht mehr ein und brüllt den Busfahrer an.
DAS hätte auch anders ausgehen können. Man man man. Ich habe zwar eine Ersthelferausbildung, aber ein Kind aus dem Radkasten eines Busses puhlen, kann ich nicht.
Ich staune sowieso immer, was Radfahrer sich so alles rausnehmen. Sicher haben die Autofahrer aufzupassen und sicher haben Radfahrer Rechte – auch Vorfahrtsrechte – aber auf die würde ich nie bestehen, wenn ich merke dass das Auto bzw der Bus oder LKW mich übersehen hat.
Meine Kinder werden grundsätzlich lernen an unübersichtlichen Stellen anzuhalten. So.
